ARETE in unserer Partnerstadt San Carlos, Nicaragua

Seit 10. April 2008 gibt es das Beratungszentrum ARETE in Erlangens Partnerstadt San Carlos. ARETE ist die griechische Göttin der Justiz, die mit verbundenen Augen unparteiisch ist. Die Buchstaben A, R, E, T, E stehen aber auch im Verständnis der Initiatoren für die Anfangsbuchstaben der - spanischen - Wörter für Unterstützung, Respekt, Strategie, Teamarbeit und Empathie. ARETE dient als Anlaufstelle für Frauen und Kinder, die Opfer von familiärer und sexueller Gewalt oder Vergewaltigung geworden sind. Die Betroffenen werden ärztlich und psychologisch betreut sowie rechtlich beraten.

Im ersten Jahr wurden bereits über 3.500 Personen beraten und behandelt. Die Opfer verfügen oft wegen fehlender schulischer Einrichtungen über wenig Bildung und sind sehr arm. Das Zentrum arbeitet eng mit der Polizei, Richtern, dem Familien-, Gesundheits- und dem Erziehungsministerium zusammen. Derzeit werden auch Fortbildungen u.a. für Lehrer, Erzieher etc. angeboten Bei diesem Projekt werden Würde und elementare Rechte Einzelner geschützt und gestärkt, was sich auch nachhaltig auf die Gesellschaft positiv auswirken kann.

ARETE wird von einer Reihe von gesellschaftlichen Gruppen unterstützt, z.B: die Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen finanzieren ein Holzboot mit Außenbordmotor, damit die Beraterinnen auch die entlegenen Siedlungen am Rio San Juan erreichen und besuchen können. Das Erlanger Frauengruppentreffen hat im Advent und am internationalen Frauentag Spenden für das Projekt gesammelt. Während der Bürgerreise 2008 wurden sowohl von der Grünen Liste als auch vom Dritte Welt Laden Geldspenden im Rahmen des Besuchs übergeben.

ARETE = Betreuung von Opfern familiärer und sexueller Gewalt und von Menchenhandel in San Carlos- Río San Juan

Seit einem Jahr wird ein Projekt das sich der Opfer familiärer und sexueller Gewalt in San Carlos annimmt von Nürnberg und Erlangen unterstützt .ARETE ist am 10 April 1 Jahr alt geworden.

In der Provinz Rio San Juan hat die familiäre und sexuelle Gewalt in den letzten Jahren in erschreckendem Masse zugenommen. Armut und Machismo sind Faktoren die eine große Rolle bei dieser Entwicklung spielen. Wir sehen uns in zunehmendem Masse mit einem Rückschritt konfrontiert. Der Hexenglaube - Hoffnung auf die wohl irrationalste Lösung aus einer ausweglosen Situation - gewinnt wieder Raum, mit allen damit verbunden Problemen. Die Mädchen werden nicht mehr zur Schule geschickt, das setzt sie verstärkt dem Risiko des sexuellen Missbrauchs aus. Schwangerschaften nach Vergewaltigung von Mädchen im Alter von 11- 13 Jahren sind keine Seltenheit. In der Casa Maternal sind 75% aller minderjährigen Schwangeren Analphabetinnen. Die staatlichen Behörden stehen der Situation hilflos gegenüber. ARETE hat im vergangenen Jahr begonnen die Gewaltopfer psychologisch zu betreuen. Unsere Psychologinnen haben gerichtspsychologische Gutachten erstellt und die Opfer auf die Prozesse vorbereitet. Zudem erhielten die Opfer auch psychotherapeutische Hilfe bei uns. Unsere Sozialarbeiterin besucht und berät die betroffenen Familien. Wir haben die Arbeit mit den staatlichen Institutionen koordiniert: mit der nationalen Polizei, der Staatsanwaltschaft, dem Gerichtshof, dem Familienministerium und dem Gesundheitsministerium.

Wir betreuen die Opfer des in großem Stile funktionierenden Menschenhandels, die aus Costa Rica zurückgeführt werden. Wir haben Schulungen für Ärzte und für die Polizei organisiert und durchgeführte Arbeitskonferenzen mit den Costa-Rica-Behörden veranstaltet.

Im Verlauf dieses Jahres haben wir allerdings auch gesehen das all diese Aktivitäten die Zahl der Gewalttaten nicht vermindert. Deshalb haben wir uns entschlossen massiv in die Gewaltprophylaxe einzusteigen.

In diesem Jahr hoffen wir mit der Hilfe des Nürnberger Partnerschaftsvereins ein Frauenhaus bauen zu können. Dies ist dringend nötig weil die Opfer, misshandelte Frauen und Kinder, in der Polizeistation auf den Fluren auf dem Fußboden nächtigen müssen - da es keinen Platz gibt wo sie untergebracht und versorgt werden können.

Seit Januar arbeiten wir in allen Schulen, den Grundschulen wie den Oberschulen mit Programmen zur Gewaltprophylaxe. Außerdem schulen wir seit Februar auch die Erzieherinnen in den Kindergärten und Vorschulen. Geplant ist neben der Schulung der Lehrer auch eine Elternschule. Neben den Gutachten und der therapeutischen Arbeit ist die Prophylaxe die dritte Säule des Programms von ARETE. Inzwischen arbeitet auch ein Psychologe bei uns der für Täterbehandlung zuständig ist. Die Ökumene in Erlangen wird uns ein Boot finanzieren. Dies ist wichtig, da viele der Wege hier über die Flüsse zurückgelegt werden müssen. Um die doch sehr weit verstreuten Gemeinden besuchen zu können fehlt allerdings noch ein Allradfahrzeug. Gerade in diesen entfernten und isolierten Gemeinden sind die Fälle von Gewalt an Frauen und Kindern sehr häufig. Ein großer Teil der Opfer die Hilfe bei ARETE suchen kommen aus diesen abgelegenen Gemeinden. Zu Beginn des Projektes hatte die Fundacion San Lucas feste Einnahmen, abgesichert durch einen Vertrag mit der staatlichen Versicherung. Damit konnte ein Teil der Kosten finanziert werden, der Rest der Kosten wurde mit Spenden aus Nürnberg und Erlangen abgedeckt. Im September wurden uns im Zuge der veränderten politischen Verhältnisse die Versicherten abgenommen um dem Gesundheitsministerium zugeschlagen zu werden. Diese Entwicklung betraf und betrifft alle privaten Kliniken im Lande. Seither können wir nur dank der großzügigen Hilfe aus Nürnberg und Erlangen weiterarbeiten.

Hier geht es zur (spanischen) Homepage von ARETE

Der Dritte Welt Laden sammelt Spenden:

Dritte Welt Laden
Kto. 48 880
BLZ 763 500 00
Sparkasse Erlangen
Stichwort: ARETE