Newsletter

Newsletter vom 11. Januar 2021

das Neue Jahr startet wie das Alte – Corona hat unsere Gesellschaft weiterhin fest im Griff! Immer noch sehr hohe Infektionszahlen, LockDown, aber auch beginnende Impfungen
– und hellere Tage, erste Schneeglöckchen, die den kommenden Frühling ankündigen (na ja, es wird noch dauern…)

 

Öffnungszeiten im Dritte Welt Laden

 

Der Dritte Welt Laden hat wie schon im letzten Frühjahr geöffnet, zu den regulären Öffnungszeiten, Montag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag 10-14 Uhr.
Bananen sind bestellt, sollten immer Dienstag frisch zu haben sein.
Um Euch und uns zu schützen, ist nur ein Kund*in gleichzeitig im Laden erlaubt, es gibt auch die Möglichkeit des FensterFairKaufs.
Außerdem können bei uns Bestellungen aufgegeben werden – wir können bei Bedarf auch liefern, muss allerdings Fahrradentfernung sein…

 

Online bestellen und dabei den Dritte Welt Laden Erlangen unterstützen!

 

CLICK & COLLECT – ein Angebot von unserem Lieferanten El Puente
Von zu Hause oder von unterwegs den Einkauf online erledigen – das geht schnell und ist praktisch. Mit Click & Collect müsst Ihr dabei nicht auf den persönlichen Service verzichten. Ihr stöbert durch die große Auswahl an Fair Trade Produkten bei El Puente – von Kaffee über Schokoladen und Wein bis hin zu Geschirr, Körben, Schmuck - und könnt Euren Lieblingsweltladen (nämlich UNS) mit Eurer Bestellung in den Laden unterstützen...
… das Paket wird zu uns in den Laden geschickt und dort kann es von Euch abgeholt werden. Wir vom Dritte Welt Laden bekommen von El Puente eine anteilige Provision.
https://www.el-puente.de/blog/clickundcollect-fuer-kundinnen/

 

SUPPORT YOUR LOCALS
Jetzt während der Corona-Zeit gibt es auch ein zusätzliches Angebot von El Puente:
Ihr bestellt bei ihnen, die Ware wird direkt an Euch geliefert – und Ihr könnt uns als „zu unterstützenden Einzelhändler vor Ort“ angeben, so dass wir auch an dem Geschäft beteiligt werden!
https://www.el-puente.de/blog/support-your-locals/

 

Aktuelles zum Kaffee aus Mittelamerika:

 

Viele KaffeeproduzentInnen rund um den Globus sind von der Corona-Krise betroffen. In den Erzeugerländern gibt es viele Reisebeschränkungen und die Preise für den täglichen Bedarf sind gestiegen. Hinzu kommt eine sich verschärfende Klimakrise – in Nicaragua, Guatemala, Honduras … zieht ein Hurrikan nach dem anderen über’s Land.

 

Anfang November innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Hurrikans in Richtung Mittelamerika ausgebrochen sind. Diese Wirbelstürme haben große Schäden angerichtet, die auch unsere Handelspartner in Nicaragua, Honduras und Guatemala zu spüren bekommen, da die gerade begonnene Erntezeit stark beeinflusst ist. Die Schäden reichen von beschädigter Infrastruktur, die es den Arbeitskräften zum Teil unmöglich macht, in die Anbaugebiete zu gelangen, über beschädigte Kaffeepflanzen bis hin zu vollends zerstörten Kaffee-Parzellen.

 

Die Menschen bangen zurecht um ihre Ernte, welche im schlimmsten Fall nicht mehr gerettet werden kann und für einen Produktionsrückgang von 10-30 Prozent sorgen könnte. Die Fairen Importorganisationen unterstützen ihre Handelspartner bereits, wo sie können und bieten zinslose Vorauszahlungen an.

 

Was die Kaffeeproduzent*innen zusätzlich zu der aktuellen dramatischen Situation umtreibt: In Zukunft könnten Hurricans in diesem Ausmaß und dieser Stärke zu einer neuen Normalität gehören. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 die Hälfte der heutigen Kaffeeregionen nicht mehr für den Kaffeeanbau geeignet sein.

 

Mehr Informationen gibt es hier:
https://www.el-puente.de/blog/kaffeefelder-sind-nachhaltig-beschaedigt


https://www.gepa.de/home/meldungen/hurrikans-eta-und-iota.html

 

Newsletter vom 16. Dezember 2020

FensterFairKauf

Der Dritte Welt Laden bleibt offen – Kaffee, Tee, Schokolade, Zucker, Nudeln...

... jede Menge gesunde und vielleicht auch nicht ganz so gesunde Lebensmittel für Euch, um den neuen Lockdown besser aushalten zu können.

Hoffen wir, dass es nützt!

Ihr könnt bei uns auch bis zum Heiligabend Bestellungen abgeben – am besten per Email, aber auch telefonisch – die wir dann für euch zusammen packen und bei Bedarf / Wunsch auf Absprache auch ausliefern können (FAHRRADENTFERNUNG!)

Faire Produkte von Zuhause aus bei El Puente einkaufen
- und dabei uns vom Laden unterstützen!

Was es noch gibt, ist eine Aktion von El Puente:

Ihr bestellt bei El Puente auf der Homepage, bekommt das Paket bequem nach Hause – und wenn ihr bei der Bestellung uns als euren Weltladen anklickt, bekommen wir von El Puente eine „Provision“ – eine typische win-win-Situation: ihr könnt euren Lieblingskaffee (oder auch Kunsthandwerkprodukte) einkaufen und unterstützt dabei auch uns!

https://www.el-puente.de/blog/support-your-locals/

schöne Grüße - und bleibt tapfer!

Julie Mildenberger, für das gesamte Ladenteam

 

 

Newsletter vom 2. Dezember 2020

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde

Corona und Weihnachtsgeschäft – auch wir im Laden müssen laufend unser Hygienekonzept überprüfen und nach Wegen suchen, trotz des kleinen Ladens unsere schönen und leckeren Produkte an die Frau / an den Mann zu bekommen.

In unserem letzten Newsletter berichteten wir über die Situation der Fairtradeproduzenten, die zum Teil mit massiven Umsatzeinbußen – zusätzlich zu den täglichen Einschränkungen und Problemen – zu kämpfen haben.

Deshalb haben wir beschlossen, an den nächsten beiden Samstagen einen zusätzlichen SHOWROOM / VERKAUFSRAUM im Gemeinderaum einzurichten.

Dadurch dass sich immer nur zwei Kund*innen gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen, können wir damit auch das Geschäft entzerren und die Möglichkeit bieten, in Ruhe die schönen Sachen zu begutachten!

Wir haben zusätzliches Kunsthandwerk – Taschen, Schals, Handtücher und mehr - bestellt, das wir dort präsentieren wollen

Und laden Euch alle herzlich ein, doch bei uns vorbeizukommen und FAIRE Geschenke zu kaufen!

Die Menschen brauchen JETZT unsere Unterstützung!

Öffnungszeiten des Dritte Welt Laden:
Montag – Freitag       10-18 Uhr
Advent-Samstage       10- 16 Uhr

 

Newsletter vom 10. November 2020

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde

Corona beschäftigt uns weiter – der Lockdown Light hat natürlich erstmal wenig Auswirkungen auf unser alltägliches Geschäft, aber trifft den zweiten (oder Haupt-) Kern unserer Arbeit natürlich ganz empfindlich:

Veranstaltungen, Schulprojekte, Führungen – der ganze Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit wird durch das Virus ausgebremst! Noch sind wir nicht bereit, diesen Bereich ins „Digitale“ zu verlagern, nicht nur wegen technischer Fragen, sondern vor allem auch deswegen, weil da so viel verloren geht an Diskussion, Austausch, persönlichem Erleben und vieles mehr...

Ganz konkret: die Veranstaltung mit Grupo Sal und Patricia Gualinga – geplant für den 25. November im E-Werk – ist verschoben; die Ausstellung „Klima Wandelt“ in der Stadtbücherei wird stattfinden, aber ohne große Eröffnung am 26. November! An dem Abend hatten wir eigentlich einen Vortrag von/mit Katrin Simon vom Botanischen Garten geplant, ist verschoben auf den 12. Januar (als Finnisage –hoffentlich!)

Filmvorführungen im E-Werk – im November gestrichen, Nachhaltigkeitswoche an der Uni – organisiert von SNEEP und anderen Gruppen – ins weltweite Netz verlagert, aber ohne unsere Stadtführung „Weltrettung konkret“, die geht nicht digital!
Aber: die geplanten Filme am Donnerstag 19. November werden „gestreamt“, den Link zur Anmeldung findet Ihr hier:

http://dritte-welt-laden-erlangen.de/weitsicht_wordpress/

Gezeigt werden die Film „TOMORROW – Die Welt ist voller Lösungen“ (um 18 Uhr) und „DIE ROTE LINIE – Widerstand im Hambacher Forst“ (um 20.30 Uhr)
Das ist natürlich nur ein müder Ersatz, aber immerhin

Und wir werden – zumindest nach dem aktuellen Stand der Planung – am Freitag, 18. und Samstag 19. Dezember am Weihnachtsmarkt am Schlossplatz im Ehrenamtsstand vertreten sein und unsere fair gehandelten Produkte anbieten – und wenn ihr schon vorher für Weihnachten und alle anderen Anlässe einkaufen wollt: kommt und schaut! Wir haben viele neue und altbewährte Produkte, von Adventskalendern über Rumkugeln und Lebkuchen bis zu Handschuhen, Christbaumschmuck, Filzuntersetzern ...

Hier ein paar Impressionen:

Wir wollen heute aber auch informieren, was CORONA mitunseren Partner*innen weltweit „macht“, die Auswirkungen der Pandemie treffen nicht alle gleich, das hat sich schon seit Beginn abgezeichnet!

Aus der Pandemie ist längst eine soziale Krise geworden! Wir berichteten schon im Frühjahr von den Auswirkungen auf Produzent*innen  zum Beispiel im Textilbereich (aber nicht nur dort...), Bestellungen wurden / werden storniert, verspätete Lieferungen werden nicht akzeptiert, Kleingewerbetreibende sind sofort bankrott und arbeitslos. Auch Hausangestellte wurden / werden aus Furcht vor Infektion entlassen, viele Firmen schließen und entlassen ihre Arbeiter*Innen umgehend. Touristen bleiben aus – dringend benötigte Umsätze / Devisen fehlen, Arbeitsplätze gehen verloren,  Rohmaterialen fehlen oder verteuern sich – die Produktion wird verlagert; Schulen sind bis auf weiteres geschlossen und ein digitales Studium ist für die meisten unbezahlbar, Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Benzin verteuern sich rasant.

Was heißt das für uns / für den Fairen Handel in Deutschland?

Die Produzenten*Innen brauchen unsere Aufträge jetzt

Durch den Lockdown im Frühjahr  ist auch im Fairen Handel ein Umsatzrückgang zu verzeichnen gewesen

Und insgesamt hat sich das Konsumverhalten vieler Menschen verändert (Kaufzurückhaltung, boomender Onlinehandel).

Wir müssen uns alle auf diese veränderte Situation einstellen und reagieren, damit der Faire Handel eine Alternative in dieser Zeit darstellt. Es müssen zukunftsweisende Konzepte entwickelt werden.

Der Fairer Handel in Corona-Zeiten ist Antwort und Rezept zugleich – was bisher erreicht wurde:

•Es wurden keine Bestellungen storniert!

•Die Fair HandelsImporteure nehmen solidarisch verspätete Lieferungen ab

•In partnerschaftlichem Dialog werden Schwierigkeiten bei der Verpackung, Verschiffung und anderen logistischen Herausforderungen geklärt

•Die Weltläden lassen sich auf verzögerte Belieferung / Bereitstellung der Ware ein

Ein paar Stimmern von unseren Partnern:

Der Faire Handel im Norden ist aufgerufen eine signifikante und wichtige Rolle bei der Vermittlung von fundamentalen Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu spielen. Wir müssen in Zeiten, wo der Konsum zurückgeht, dafür sorgen, dass die Konsument*Innen verantwortungsvolle, fair und nachhaltig produzierte Produkte kaufen.”
Moon Sharma/Mitbegründerin von TARA Projects, Indien

“Was unsere Handwerker*Innen brauchen ist: Arbeit!
Das bedeutet, wir brauchen mehr Bestellungen für sie, damit die Handwerker*Innen ein Einkommen erzielen können. Dafür brauchen wir Ihre/Eure Unterstützung – vielen Dank!”
Lan Truyet, Geschäftsführerin Craft Link, Vietnam

Einen Bolgakorb zu kaufen ist die effektivste Unterstützung für viele arme Familien in Ghana. Damit wird die Herstellung eines Produkts unterstützt, das aus nachwachsenden Naturmaterialien gefertigt wird, von selbst organisierten Produzentinnen, die Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen können.
Victor Mainoo, Geschäftsführer SPB, Ghana

Hier noch eine Information von Fair Trade Deutschland:

13 Millionen Soforthilfe für den Fairen Handel in Zeiten von Covid 19

Gemeinsam mit Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds über 13 Millionen Euro, um kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern zu unterstützen, in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

https://www.fairtrade-deutschland.de/service/newsroom/news/details/millionen-soforthilfe-fuer-den-fairen-handel-in-zeiten-von-covid-19-1-5286

Newsletter vom 14. September 2020

Liebe Kundinnen und Kunden,
liebe Freunde!

Jetzt im September ist wieder Zeit für die „Faire Woche“ – vom 11. bis 25. September in Deutschland. Viele Aktionen und Veranstaltungen verteilt in der ganzen Bundesrepublik – dieses Jahr unter dem Motto

„FAIR STATT MEHR - #fairhandeln für ein gutes Leben"

Wir vom Dritte Welt Laden beteiligen uns auch an dieser Aktion, vor allem nachdem das Motto uns aus dem Herzen spricht: Fair statt mehr, anders statt mehr – wir setzen uns seit Langem mit unseren Konsumgewohnheiten auseinander und versuchen Alternativen in ganz unterschiedlichen Bereichen aufzuzeigen.

Am Samstag, den 19. September wollen wir von 11-14 Uhr am Neustädter Kirchenplatz eine Fairkostungsaktion durchführen, mit "Fairsucherle" (süß und würzig), Kaffee und Kuchen und vielen Informationen und Anregungen zum Fairen Handel –

hier zum Beispiel eine Bastelanleitung für Schmetterlinge aus Erdnuss-Verpackungen

kommt doch einfach vorbei und probiert von unseren leckeren Köstlichkeiten!

In unserem Ladenbrief (der zur Zeit leider viel zu selten erscheint) gibt es Artikel zum Thema, zum Beispiel zu Verpackungen und Plastik
oder zum Thema Postwachstum

Auch unsere Stadtführungen zeigen Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten auf – nächste Termine:

Dienstag, 22. September 17 Uhr – Konsumkritische Stadtführung

Dienstag, 6. Oktober, 17 Uhr und Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr – Stadtführung Weltrettung Konkret

(Anmeldung bitte im Dritte Welt Laden; Näheres zu den Terminen hier)

Eine besonders schöne Aktion mit Stimmen / Videos der Handelspartner*innen gibt es hier:

https://www.faire-woche.de/die-faire-woche/faire-woche-2020/videos-der-handelspartner-zur-fairen-woche-2020

 

Fair statt mehr – Faire Woche startet am 11. September (Pressemeldung)

https://www.faire-woche.de/fileadmin/user_upload/media/presse/pressemitteilungen/2020_09_09_PM_Eroeffnung_Faire_Woche_2020.pdf

 

Newsletter vom 3. September 2020

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde,

der Sommer ist (fast) vorbei, nächste Woche geht die Schule wieder los, und auch wir im Dritte Welt Laden kehren wieder zurück in alte Normalität - naja, wie das zur Zeit eben möglich ist...

Künftig wird es im Laden gut gelüftet und etwas kälter als sonst sein (vor allem unser Ladendienst muss sich da wärmer anziehen, wenn wir die Aerosole draußen lassen wollen), unsere Veranstaltungen werden nur noch in großen Räumen oder draußen durchgeführt  und ob wir dieses Jahr mit unseren Produkten auf dem Weihnachtsmarkt stehen werden, wird sich noch herausstellen.

Aber: Die Zutaten für die Lebkuchen sind bestellt, ab Oktober wird gebacken,
und Stadtführungen und unsere Herbstausstellung finden wie gewohnt statt (mit Masken und Abstand):

In Zeiten des Klimawandels: Lernen von Amazonien!
Ausstellung in der Neustädter Kirche vom 28. September bis zum 15. Oktober, Eröffnung am 28. September um 17 Uhr

Begleitveranstaltungen siehe hier (oder im Anhang):

http://www.dritte-welt-laden-erlangen.de/aktuelles/termine

Und hier noch ein Hinweis, ganz aktuell ein neuer Podcast bei der ARD

Podcast Nur noch fairer Handel? Was dann?


Mal angenommen, es würden nur noch fair gehandelte Produkte verkauft: Schokolade, Kleidung, Smartphones. Würde dann alles teurer? Was hieße das für die Unternehmen? Ein Gedankenexperiment.

Nicht mal sieben Prozent des Kaffees in Deutschland werden unter fairen Bedingungen produziert und tragen entsprechende Label, die unter anderem garantieren sollen, dass die Kaffeebohnen ohne Kinderarbeitet und Ausbeutung angebaut und geerntet worden sind. Zudem werden den Produzenten in Entwicklungsländern etwas höhere Preise bezahlt.

Das hat der Berliner Verein "Forum Fairer Handel" errechnet. Demnach kommt der Marktanteil von fair gehandelten Lebensmitteln in Deutschland, die ein entsprechendes Label haben, insgesamt nur auf einen verschwindend geringen Anteil von einem Prozent.

Was würde passieren, wenn wir diesen Zustand radikal ändern und in Deutschland nur noch fair gehandelte Produkte erlaubt wären? Ist so eine Idee überhaupt umsetzbar? Was wären die Vorteile und wo stecken die Schwierigkeiten? Und welche Auswirkungen hätte das auf die Preise für Kaffee, Schokolade, Kleidung und Smartphones?

1 Dollar Arbeitslohn pro Tag

Diesen Fragen gehen die beiden Korrespondenten Kristin Becker und Markus Sambale aus dem ARD Hauptstadtstudio in Berlin nach und suchen im Zukunfts-Podcast der tagesschau nach Antworten.
Sie schauen beispielsweise auf das Saarland, das zum ersten "fairen Bundesland" Deutschlands werden will und sie sprechen mit dem Gründer eines Start-ups, das fair gehandelte Schokolade in Ghana produziert und in Deutschland verkauft, über seine Erfahrungen.
Außerdem schauen die beiden Journalisten auf die Textilindustrie in Äthiopien, wo die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit am extremsten ist. Der Mindestlohn für eine Näherin liegt dort bei einem Dollar pro Tag. Aber es gibt érste Ansätze, dies zu ändern.

16. Juni 2020

Liebe Kundinnen und Kunden,  liebe Freunde,

bei uns wird das Leben allmählich fast wieder normal, die Infektionszahlen in Erlangen sind weiterhin niedrig, Mund-Nasen-Masken werden zum modischen Accessoire (naja...), und deshalb wollen wir auch wieder mit unseren Stadtführungen starten - mit Anmeldung und begrenzter Teilnehmer*innenzahl, mit Masken, Abstand und "Tourguide" (Mikro bei der Führung und Kopfhörer bei den Geführten).

Herzliche Einladung dazu:

Donnerstag, 25. Juni, 18 Uhr
WELTRETTUNG KONKRET - von und für Frauen"

Im September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Dieser Zukunftsvertrag gilt für alle Länder und hat zum Ziel, weltweit eine nachhaltige Entwicklung zu gestalten. Doch nur durch den Einbezug von Frauen und Mädchen kann eine gerechte und inklusive Gesellschaft, eine nachhaltige Wirtschaft und ein zukunftsweisender Umgang mit der Umwelt etabliert werden. Frauen sind deshalb ein Schlüsselfaktor für das Erreichen aller Ziele.
Wir wollen bei unserer Stadtführung Plätze und Orte in der Erlanger Innenstadt mit Bezug zu frauenrelevante Themen  und den Nachhaltigkeitszielen besuchen.

Treffpunkt: Nachhaltigkeitsschaufenster / Lesecafe Anständig essen
Altstadtmarktpassage, Hauptstraße 55, Dauer ca. 1,5 Stunden


Dienstag, 17. Juli 2020, 18 Uhr
WELTRETTUNG KONKRET - wie können wir die Ziele der Nachhaltigen Entwicklung in Erlangen umsetzen?

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) soll weltweit eine nachhaltige Entwicklung voranbringen.
Wir greifen bei unserer neuen Stadtführung an verschiedenen Plätzen und Orten zentrale Themen dieser nachhaltigen Entwicklungsziele SDGs auf wie zum Beispiel Zugang zu Sauberem Wasser oder Hochwertige Bildung für alle. Dabei wollen wir Anknüpfungspunkte für jedeN einzelneN ganz persönlich aufzeigen und Initiativen und Gruppen hier bei uns in Erlangen vorstellen, die schon „nachhaltig" unterwegs sind.

Treffpunkt: Markgrafenstatue am Schlossplatz, Dauer ca. 1,5 Stunden

Teilnehmer*innenanzahl: jeweils 10 Personen, bitte anmelden: info@dritte-welt-laden-erlangen.de oder Tel. 23266; Kostenbeitrag: 5 Euro
Bitte bringen Sie – wenn möglich – einen Kopfhörer (für Smartphones etc.) mit, da wir ein Tourguide-System für die Führung verwenden wollen, um die geforderten Corona-Sicherheitsabstände einhalten zu können! Außerdem bitten wir um das Tragen einer „Community-Maske“.

 

8. Juni 2020

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde,

Allmählich kehrt bei uns wieder Normalität ein, die Innenstadt von Erlangen wird durch die geöffneten Cafés und Restaurants belebter; Maskenpflicht gehört zum Alltag und wir können sogar wieder darüber nachdenken, einzelne Veranstaltungen und Stadtführungen etc. durchzuführen.

Fairtrade-Ausstellung im Klimaschaufenster
Ab nächster Woche findet im Klimaschaufenster des Projektes „Nachhaltigkeit trifft Altstadt“ eine Ausstellung zu Fairtrade in Erlangen statt. Bis zum 27. Juni stellen sich Akteur*innen der Fairtrade-Steuerungsgruppe vor (und wir sind natürlich auch dabei!).
„Wer sind wir? Was tun wir? Warum ist uns Fairtrade wichtig? Was haben wir schon erreicht und was wollen wir noch erreichen?« – Das sind die Fragen, denen sich die Beteiligten in der Ausstellung und auch persönlich stellen. Viele sind mehrmals im Juni auch persönlich im Klimaschaufenster vertreten, haben Informationen und Kostproben fairer Produkte dabei und freuen sich auf Fragen (Termine im Kalender auf www.nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de). Die Ausstellung ist Mittwoch bis Samstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Gemäß der Corona-Regelungen dürfen bis zu 3 Personen gleichzeitig die Ausstellung besuchen.
Mehr zum Projekt hier:
http://nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de/fairtrade-ausstellung-im-klimaschaufenster/

Auswirkungen von Corona auf unsere Handelspartner*innen
Die Auswirkungen auf unsere Handelspartner*innen wurden am Freitag bei einem online-Meeting der Nordbayrischen Weltläden zusammen mit VertreterInnen der Gepa diskutiert.
Es ist je nach Land und Region sehr unterschiedlich, wie die einzelnen Projekte vom Lockdown bzw. Shutdown betroffen sind, eines ist aber allen gemeinsam: Keine Arbeit – Kein Geld!
Was aber besonders auffällig ist: die Produzent*innen von Kunsthandwerk sind in viel viel schwierigeren Situationen. Sie haben in der Regel keine Möglichkeit sich vom eigenen Grund und Boden zu ernähren, eigene Grundnahrungsmittel anzubauen, während zum Beispiel Kaffeebauern oder Bananenproduzent*innen sich leichter selbst versorgen können, wenn jetzt durch die Pandemie Nahrungsmittel knapp oder teuer werden – oder die Menschen durch Ausgangsbeschränkungen nicht einkaufen können! Wenn sie nicht arbeiten können fehlt SOFORT das Geld! In Indien und Bangladesch kommen zusätzlich noch die Zerstörungen des Zyklons dazu, der zum Teil sehr große Schäden zum Beispiel an Gebäuden der Handelspartner angerichtet hat…

Was machen die Importorganisationen um die Partner*innen im Süden zu unterstützen?
- Keine Stornierung von Aufträgen bzw. Verträgen
Notfalls dann eben zum Beispiel Weihnachtsartikel fantasievoll im Januar und Februar verkauft werden falls die Ware zu spät fürs Weihnachtsgeschäft bei uns eintrifft (wer denkt denn jetzt schon an Weihnachten, werden Sie sich fragen – aber wir mussten unsere Order für Nikoläuse schon von 2 Wochen abgeben!!)
- Vorfinanzierungszeiten verlängern, Vorfinanzierungen aufstocken
Die Gepa hat zusätzlich 100.000 Euro als Kredit für diesen Zweck aufgenommen
- Spendenaktion, Handelspartnerfonds, um besonders betroffene Projektpartner*innen in diesen Zeiten zu unterstützen

Alle diese Maßnahmen sind im Fairen Handel schon seit Jahren üblich und gehören zu selbstverständlichen Kriterien unseres Handel(n)s!
Wie die Situation sich aber insgesamt weiterentwickeln wird, bleibt auch für den Fairen Handel spannend: Übereinstimmend berichten die Weltläden in der Region, dass die Umsätze – ähnlich wie bei uns in Erlangen - zurückgegangen sind, und zwar nicht nur während der strengen Lockdown-Phase sondern auch jetzt noch; vor allem im Kunsthandwerk sind größere Einbrüche abzusehen. Auch die Gepa berichtet von empfindlichen Verlusten – im April Umsatzeinbruch von ca. 60%, im Mai von 40% im Vergleich zum Vorjahr, weil zum Beispiel Gastronomie und Tagungshäuser komplett weggebrochen sind…
Die Hoffnung ist natürlich, dass sich die Situation bis zum Weihnachtsgeschäft enstspannt, da dort erfahrungsgemäß die meisten Umsätze gemacht werden!

7. Mai 2020

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde,
allmählich kehrt die Normalität in unser Leben zurück – zumindest auf den ersten Blick!
Eigentlich aber hat sich ganz viel geändert, allein schon, dass wir im Laden unsere Mitglieder- und Mitarbeitenden-Versammlung ONLINE durchführen müssen, weil wir uns noch nicht in größerer Runde treffen dürfen.
Auch unsere geplanten Veranstaltungen für die kommenden Monate, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Klimaschaufenster in der Altstadtmarktpassage, Filme in der Weitsicht-Reihe, Stadtführungen, Aktionen mit Schulen usw. – wann wir da wieder richtig „durchstarten“ können, ist noch ungewiss.

Vielen befreundeten Gruppen und Organisationen geht es ähnlich, und wir hoffen dass sie diese Zeiten überleben können!
Deshalb möchten wir hier Werbung machen für das Angebot des Lesecafes Anständig essen – dort gibt es gutes bio-fair-veganes Essen zum Abholen (mit Voranmeldung)

https://www.lesecafe-anstaendig-essen.de/

Ein anderes Thema, das trotz und wegen Corona uns sehr am Herzen liegt ist das zur Zeit auf Eis gelegte

Lieferkettengesetz.

Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, Menschenrechte entlang der Lieferketten in den Fokus zu nehmen! Denn die Auswirkungen der Corona-Krise auf viele Menschen sind schon jetzt dramatisch.
Menschen am Anfang vieler Lieferketten haben aufgrund fehlender Absicherung besonders unter den Auswirkungen der Pandemie zu leiden.

So gibt es beispielsweise Berichte von Fabrikschließungen und fehlenden Lohnfortzahlungen oder Einschränkungen von Gewerkschaften in der asiatischen Textilbranche.

Mit dem LIEFERKETTENGESETZ sollen Unternehmen verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten.
Viele Nichtregierungsorganisationen unterstützen diese Forderung und haben eine Petition an die Bundesregierung formuliert, die im Internet unterzeichnet werden kann:

https://www.forum-fairer-handel.de/politik/lieferkettengesetz/

In unserem neuen Ladenbrief, der gerade in den Druck gegangen ist, sind die wichtigsten Informationen dazu aufgezeigt.

Insgesamt gibt es im Ladenbrief einiges zu Corona und den Auswirkungen bei uns und anderswo zu erfahren, auch wenn vieles noch gar nicht abzusehen ist!

 

27. April 2020

Seit dieser Woche haben wir wieder "normal" geöffnet - Montag bis Freitag von 10-18 Uhr, Samstag von 10-14 Uhr.
Und natürlich halten wir uns an die Auflagen und haben ein "Hygienekonzept": nur mit Maske in den Laden, 1,5 Meter Mindestabstand, Plexiglasscheibe vor der Kasse, nur ein/e Kund/in, ansonsten "FensterFAIRkauf"...

Wir können diese Vorschriften zum Glück leicht umsetzen und sind insgesamt auch nicht so stark betroffen wie Menschen in anderen Berufen/Ländern/Situationen - und wir sind dankbar dafür!

Was uns immer wieder umtreibt, ist aber die Situation zum Beispiel bei unseren HandelspartnerInnen, in unseren letzten Newslettern haben wir dazu schon Links mit aktuellen Berichten geschickt.
Heute wollen wir kurz informieren über die Situation der BananenproduzentInnen in Ecuador - von dort kommen die Bananen, die wir jetzt wieder immer ab dienstags frisch im Laden verkaufen.

Gerade aus Ecuador kamen vor Ostern alarmierende Nachrichten, vor allem aus der Küstenstadt Guayaquil - dem Drehkreuz für Bananen.

Ecuador war das erste Land Lateinamerikas, in dem sich die Bilder aus Norditalien wiederholten. In der Küstenstadt Guayaquil kollabierten Ende März Krankenhäuser und Beerdigungsinstitute. Verzweifelte Menschen legten die Leichen ihrer verstorbenen Angehörigen auf Parkbänken ab, weil niemand auf ihre Hilfeanrufe reagierte. Bestattungsinstitute stellten ihre Dienste ein aus Angst vor einer Infektion, weil nicht genügend Schutzanzüge und Masken vorhanden waren.

Noch am 1. April sprach die Regierung im 416 Kilometer entfernten Quito von 2758 Infizierten und 98 Toten im ganzen Land. In Guayaquil ging die Zahl der Toten da schon in die Tausende. 6700 Todesfälle wurden es schließlich in den ersten zwei Aprilwochen   normalerweise sind es im gleichen Zeitraum Tausend. Eingeschleppt wurde die Pandemie vermutlich von Reisenden, die zuvor in Europa gewesen waren. Bis die Behörden reagierten, hatten sich schon Tausende infiziert   insbesondere in den hygienisch prekären Armenvierteln.

Was für Auswirkungen hat die Pandemie auf die BananenproduzentInnen - wie sieht es dort aktuell aus?

Hier Informationen aus einer Mail von Rudi Pfeiffer von BanaFair, Stand 27. April:
„Wir haben ja die ganze Zeit über importiert und ausgeliefert. Zwar hatten viele Weltläden zu und die Tourenmenge ist dadurch auf die Hälfte abgesackt (von ca. 500 auf 250) Kisten, wodurch wir natürlich nicht mehr auf die nötige Kostendeckung kamen, aber viele Läden wollten doch weiterhin Bananen und haben teilweise, trotz Schließung, auch zusätzliche Aktivitäten entwickelt wie Mitarbeiterverkauf, Lieferdienst, Marktstand o.ä.
Und auch die Bauern in Ecuador haben ja jede Woche Ernte und sind für jede Kiste Absatz dankbar. In Ecuador sind die Infektionen noch stark auf die Millionenstadt Guayaquil konzentriert, weniger im ländlichen Bereich verbreitet. Bei unseren Produzent*innen gibt es bisher keine Erkrankungen. Alle achten auf die üblichen Regeln, Abstand, Händewaschen, Maske u.ä.
Aber die Situation ist insgesamt sehr angespannt, das kaputtgesparte Gesundheitssystem kommt nicht hinterher, dazu kommen Beschränkungen im Alltag, Ausgangssperren, Fahrverbote usw. Das führt auch ab und an zu Materialknappheiten, Transportunternehmen wollen Vorkasse usw. Die Sorgen der Bauern sind groß. Ein stabiler Absatz mit entsprechenden Einnahmen gibt da zumindest ein wenig Sicherheit.“

Anfang Mai will BanaFair mit einem ausführlichen Newsletter auf die Situation von UROCAL eingehen - wir werden berichten!

Situation der ecuadorianischen Früchtelieferanten insgesamt

Da sie als „notwendige Sektoren“ eingeordnet wurden, blieben bisher alle ecuadorianischen Lebensmittelexportsektoren, insbesondere Bananen, in Betrieb. Bis jetzt haben es die Frischobst und -gemüselieferanten geschafft, ihre Geschäfte aufrechtzuerhalten, wobei sie jeden Mangel an Arbeitskräften direkt auffingen, der durch Selbstisolation während des Gesundheitsnotstandes entstand.

Insgesamt wird die Situation der Bananenproduzenten aber zunehmend schwieriger.

Laut einer Studie von Acorbanec, der Bananen-Export und Marketing-Vereinigung, hat die Pandemie schon durch erkrankte Arbeitskräfte Auswirkungen auf die Produktion von Bananen. Auch wird erwartet – und das wird für die ProduzentInnen natürlich dramatisch, dass die Nachfrage nach Bananen um 30% sinken wird

Quelle: https://www.fruchtportal.de/artikel/ecuador-coronavirus-betrifft-mitarbeiter-container-und-nachfrage-nach-bananen-sinkt-30/043700

Mehr zur Situation (nicht nur ) der Fairtrade Bananen-Produzenten in Lateinamerika gibt es auf der Seite von Fairtrade Deutschland

www.fairtrade-deutschland.de/service/newsroom

oder auch hier:

Fairtrade Regeln gelockert - Bananenprämien

 

 

 

Newsletter zu Fairem Handel und Corona
- 17. April 2020

wir werden am Montag unseren Laden wieder öffnen - mit entsprechenden Vorgaben und Schutzmaßnahmen für Euch und für uns!
Es sollen nur maximal zwei Kund*innen gleichzeitig im Laden sein, die Abstandsregel von 1,5 Metern soll nach Möglichkeit eingehalten werden (geht auch in unserem kleinen Laden!) und wir fänden es gut, wenn alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen - ob Halstuch, selbstgenähte Maske oder wie auch immer. 
Es besteht natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, während der Öffungszeiten ans Fenster zu klopfen und den Einkauf auf diesem Weg (fast kontaktfrei) vorzunehmen!

Unsere Öffnungszeiten sind: 
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10-18 Uhr
Samstag von 10-14 Uhr
Mittwoch: nur FensterFAIRKauf von 10-12 Uhr

Und wir haben auch wieder Bananen bestellt, die wie immer ab Dienstag im Laden sein sollten!

 

Hier noch Informationen zu Nicaragua - durch unsere Städtepartnerschaft mit San Carlos sind wir verstärkt an Nachrichten aus diesem Land interessiert!

Mit Sorge beobachten viele Partnerorganisationen den Weg, den Präsident Daniel Ortega und seine Frau Rosario Morillo eingeschlagen haben - das CORONA-Virus wird bagatellisiert, es gibt keine Empfehlungen der Regierung, irgendwelche Schutzmaßnahmen vorzunehmen, ganz im Gegenteil: noch am Palmsonntag wurde ein großes Fest gefeiert - der so genannte "Marathon der Liebe", weil Sport gesund sei. 
"Das Coronavirus hat Gott geschickt, weil die Menschheit den falschen Weg beschreitet und in Atomwaffen investiert", meint Nicaraguas Präsident Daniel Ortega - nachzulesen in einem Bericht der ARD-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann

https://www.tagesschau.de/ausland/nicaragua-corona-103.html

Dieser Umgang mit der Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Situation der TextilarbeiterInnen in Nicaragua, wie in einem Bericht der Christlichen Initiative Romero zu lesen ist:

 

Arbeiter*innen im Stich gelassen

Über 100.000 Arbeiter*innen aus der Exportproduktion in Nicaragua fürchten um ihren Arbeitsplatz aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Konsequenzen für die Industrie.

8. April 2020

Joana Eink (CIR)

Am 24. März 2020 schlossen das nicaraguanische Arbeitsministerium, acht Unternehmen aus Freien Produktionszonen und regierungstreue Gewerkschaften ein Abkommen (juristisch: dreigliedrige Vereinbarung). Dieses ermöglicht es den Arbeitgebern, angesichts der Covid-19-Pandemie Arbeitsverträge einfach zu unterbrechen oder ihrer Angestellten zu entlassen. Die Schließungen der zum größten Teil Bekleidung produzierenden Fabriken wird sich verheerend auf die Arbeiter*innen auswirken. Ob sie tatsächlich nur vorrübergehend sind (die Fabrikbesitzer berufen sich vor allem auf das Ausbleiben der Rohstoffe), ist mittel- und längerfristig noch völlig offen.

Einige Nähfabriken in Nicaragua, zum Beispiel die des kanadischen Bekleidungsproduzenten Gildan, erhalten ihre Stoffe zur Weiterarbeitung z.B. aus Honduras. Dort herrscht absolute Ausgangssperre und an vielen Produktionsorten bereits seit einigen Wochen ein totaler Shutdown, sodass der gesamte Produktionsprozess unterbrochen ist. Die Fabriken in Nicaragua können also nichts nähen.

„Wovon sollen sie Essen kaufen?“

Unsere Projektpartnerin Sandra Ramos von einer der größten Arbeits- und Frauenrechtsorganisation in Nicaragua, MEC, ist äußerst besorgt über die Situation und das Abkommen: „Diese Leute treffen Vereinbarungen zu Ungunsten der am wenigsten Geschützten. Das Abkommen autorisiert massive Arbeitsunterbrechungen, bei denen die Arbeiter*innen auch bei längerer Dauer lediglich 6 Tage bezahlt bekommen. Was wird dann aus ihnen? Wie sollen sie ihre Schulden bezahlen und wovon sollen sie Essen kaufen?“

Während die Unternehmen in Nicaragua von großzügigen Steuerbefreiungen profitieren, werden Arbeiter*innen seit Entstehung der Freien Produktionszonen in den 1990er Jahren systematisch ausgebeutet. Sie leben von der Hand in den Mund, trotz Vollzeitstelle. Arbeitsrechtsverteidiger*innen fordern von Marken und Bekleidungsproduzenten bedingungslos bezahlten Urlaub für einen überschaubaren Zeitraum, um dann weiterzuschauen, wie sich die Situation entwickelt, statt sich schnell auf diesen zweifelhaften Deal mit der Regierung einzulassen. „Wir sprechen hier von Unternehmen, die Geld haben und die dieser Situation gewachsen sind“, unterstreicht Sandra Ramos.

Sonderkurs Nicaraguas: Weiter wie bisher

Allerdings stehen auch nicht alle Fabriken still, einige arbeiten sogar in kompletter Besetzung weiter und verfügen noch über genug Materialien. Auch leiden sie scheinbar in diesen Wochen noch nicht unter dem weltweit ansteigenden Auftrags-Stop für Bekleidung. Die Arbeiter*innen sind in Nicaragua dabei sowohl auf dem Weg zur Arbeit, als auch an ihrem Arbeitsort selbst einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Nicaraguas Krisenpolitik orientiert sich nicht an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Es gibt keinen Aufruf, zu Hause zu bleiben oder soziale Kontakte zu meiden. Die Schulen sind weiterhin geöffnet und öffentliche Großveranstaltungen finden nach wie vor statt.

Dementsprechend lax fallen auch die Präventionsmaßnahmen in einigen Fabriken aus, die das MEC untersucht hat. In einer der untersuchten Maquilas (Weltmarktfabrik) gibt es lediglich zweimal pro Woche Gesichtsmasken für die Arbeiter*innen. Diese werden noch dazu aus normalen Stoffen in der Fabrik selbst hergestellt. Häufiges Händewaschen ist untersagt, um die Produktion nicht zu verlangsamen.

Auch in der Corona-Krise stehen wir an der Seite von Arbeiter*innen, deren Rechte verletzt werden und die aufgrund der Pandemie mit noch größeren wirtschaftlichen Kämpfen konfrontiert sind. Wir finanzieren juristische Beratung und leisten Soforthilfe.

https://www.ci-romero.de/arbeiterinnen-im-stich-gelassen/

 

Hier gibt es Neuigkeiten und Informationen, die wir an euch weitergeben wollen:
Wie geht es den Handelspartnern, von denen wir Kaffee, Süßigkeiten und Kunsthandwerk beziehen?
Hier können Sie / könnt Ihr über die aktuelle Situation nachlesen:

https://www.gepa.de/home/meldungen/handelspartner-und-corona.html
https://www.el-puente.de/blog/unsere-handelspartner-in-der-corona-krise/
https://www.weltpartner.de/de/blog-page

CORONA in Afrika, Asien und Lateinamerika

Es sind besorgniserregende Berichte, die medico international und auch viele andere Nichtregierungsorganisationen in diesen Tagen übers Internet und die Sozialen Medien verschicken. Gerade jene trifft das Virus und seine Auswirkungen besonders stark, für die der Kampf ums Überleben kein Ausnahme-, sondern heute schon der Normalzustand ist! 
Wie sollen Menschen Abstand zueinander zu halten, die auf engstem Raum zusammenleben müssen? Wie auf Hygiene achten, wo es kaum Zugang zu sauberem Wasser oder Toiletten gibt? Intakte Gesundheitssysteme und Regierungen mit verantwortlichem Krisenmanagement sind in vielen Regionen der Welt rar. Kommt der Virus in den Slums, Townships und Favelas - und auch Flüchtlingslagern - dieser Welt an, wäre das der Super-GAU.

Hier findet ihr Berichte aus Projekten von medico international und dem Weltfriedensdienstes - mit dem Aufruf zu Spenden:

https://www.medico.de/corona-hilfe/
https://wfd.de/corona-gemeinsam-stoppen

 

Und hier noch der Verweis auf viele gute Filme, damit euch zuhause nicht die Decke auf den Kopf fällt (oder wenn euch die alten Tatort-Krimis zum Hals raus hängen...)

Liebe Freunde der Weitsicht ERlangen-Filmreihe,

Nachdem wir Euch durch die Corona-Pandemie ja aktuell keine Filme im E-Werk präsentieren können, möchten wir Euch zumindest auf interessante Filme hinweien, die Ihr zur Zeit zuhause sehen könnt.
Aktuell ist der Dokumentarfilm "Power to Change" des Regisseurs Carl-A. Fechner in der ARD-Mediathek zu sehen.

Power to Change ist ein Film über eine große Vision und Menschen, die sie umsetzen:
Die Zukunft der Energieversorgung der Welt ist dezentral, sauber und zu 100% aus erneuerbaren Quellen. Das ist die Botschaft des Dokumentarfilms POWER TO CHANGE.
Regisseur Carl-A. Fechner nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise durch ein Land, in dem Hunderttausende für die Energierevolution kämpfen. Voll Leidenschaft und Hoffnung, Rückschläge einsteckend und Erfolge feiernd. Doch POWER TO CHANGE blickt weiter: In der Ukraine macht der Film erfahrbar, warum Menschen sich mit allem, was ihnen geblieben ist, für ein demokratisches Energiesystem einsetzen. POWER TO CHANGE zeigt den Aufbruch in eine Zukunft, die ohne fossile und atomare Energieträger auskommt – ganz nah an den Akteuren: berührend, bewegend, überraschend und informativ. Untermalt mit großer Filmmusik und in aufwändig gedrehten Bildern in Cinemascope vermittelt der Film den Zuschauern die Botschaft: Lasst uns gemeinsam etwas ändern!

Hier kommt Ihr zum Film: Link
Wir wünschen Euch gute & interessante Unterhaltung beim Film!

Bleibt Gesund!
Euer "Weitsicht ERlangen"-Team!
Gisela, Julie, Simon, Stefan

hier noch viel mehr Filme - zum Teil zum kostenlosen Anschauen:

StayatHome Cinema

Die Organisation "FILME FÜR DIE ERDE" hat für die Tage und Wochen zuhause die besten Online-Filme aus dem Umweltbereich zusammengestellt. Viele davon können kostenlos gestreamt werden. 
Unter der Auswahl gibt es Klassiker, Neuheiten, Zeitdokumente, Mini-Serien, Kurzfilme, Familienfilme und Feel-Good-Dokus. Also genug Filmstoff für ein StayatHome Cinema!


AUS DEM 2. NEWSLETTER

ZUR LAGE IN INDIEN - die Situation in Delhi und die Lage der Arbeitsmigrant*innen wurde inzwischen auch in Nachrichtensendungen aufgegriffen - doch wie sieht es eigentlich auf dem Land aus?
Die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt in Berlin hat folgende Informationen über Indien zusammengestellt, die zeigen, wie die Situation gerade auf dem Land durch Ausgangssperren verschärft wird:

https://www.aswnet.de/news/indien-die-situation-der-arbeitsmigranten-in-der-ausgangssperre

KOMMENTAR von Detlev Stüber, dem  Indienreferenten der ASW:

Auch europäische Medien berichten derzeit regelmäßig über die Lage in Indien. Denn für das dichtbesiedelte Land ist die Corona-Pandemie besonders fatal. Millionen von Menschen, die in Slum-Virenherde eingesperrt sind oder solche, die als potentielle Virenträger unterwegs sind irgendwohin, wo sie eine Überlebenschance erhoffen. Solche wirkmächtige Bilder dominieren und insgesamt ist die Berichterstattung viel zu sehr auf die Städte fokussiert.

Was ist aber mit den rund 850 Millionen Menschen, die in Indien noch auf dem Land leben?  Vielleicht ist der Virus dort noch gar nicht angekommen, vielleicht ist die Nahrungssituation dort noch nicht so schlimm. Aber auch sie dürfen nicht auf ihre Felder, um die Ernte einzubringen. Was bedeutet das für die Ernährung ihrer Familien?

Das Virus wird auch bei ihn ankommen, wo es kaum Krankenhäuser gibt und zu denen die ganz Armen, eh schon Abgehängten, kaum Zugang finden.
Ein Staat, der schon im Normalfall die Unter- oder Mangelernährung von einem Drittel seiner Bevölkerung zulässt, wird keine ernsthafte Notversorgung hinbekommen.
Aus Überschwemmungs- oder Dürrezeiten wissen wir ja, wie wenig bei den wirklich Bedürftigen ankommt.

Weiterhin ergehen sich also die Medien in Bildern eng zusammengedrängter Wanderarbeiter, die nur weg wollen aus den Städten, die für sie zur Falle geworden sind, seitdem es dort keine Arbeit und Nahrung mehr für sie gibt.
Habe ich kürzlich die internationale Berichterstattung zu Indien noch gelobt, so ist bei mir die Stimmung mit der Serie dieser Sensationsmeldungen umgeschlagen. Es macht mich wütend - und die zu erwartende Tragödie extrem traurig.

Detlef Stüber

 

 

 

Grün, grün, grün...

Aktionswoche für den Klimaschutz vom 3.-10. November 2019

Auch während der Klimaschutzwoche Anfang November laden ver­schiedenste Veranstaltungen und Angebote dazu ein, sich intensiv mit unter­schiedlichen Aspekten des Klimaschutzes zu beschäftigen, zu hören, nachzu­fragen und mitzudenken -
den Link zum Faltblatt zur Woche mit dem genauen Programm finden Sie hier!

Der Welterschöpfungstag – dieses Jahr schon am 29. Juli – zeigt uns, dass wir nicht so weitermachen dürfen wie bisher sondern uns aktiv einmischen müssen! Jede und jeder von uns kann und MUSS selber etwas dazu beitragen, dass zum Beispiel nächstes Jahr der Welterschöpfungstag wieder im August – oder noch besser im September – liegt!

 

Mai 2008  30 Jahre hauptamtliche entwicklungspolitische Bildungsarbeit

hier gibt es die Highlights der vergangenen Jahrzehnte...

... natürlich mit Erklärungen

Und wem das noch nicht reicht: hier gibt es die gesanmmelten Tätigkeitsberichte unserer hauptamtlichen Kraft - jedes Jahr zwei Seiten...

Viel Spaß beim Schmökern!