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Ladenbriefe - Unsere vierteljährliche Infohefte (inkl. Archiv)

NEWSLETTER VOM 22. FEBRUAR 2021

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Freunde,

es wird Frühling – und es ist nicht mehr so unangenehm, dauernd die Fenster im Laden offenstehen zu lassen...

... und es gibt inzwischen bei uns Schoko-Osterhasen und Speckstein-Eier (allerdings nicht so arg viele – wenn Ihr welche wollt, kommt lieber bald!).

Wir haben ganz normal geöffnet – mit Abstand und Maske (oder am Fenster – wie gehabt).

Immer wieder haben wir in der letzten Zeit über die Initiative LIEFERKETTENGESETZ berichtet.

Jetzt ist das Gesetz da – zumindest hat sich der Rechtsausschuss des Europaparlaments für ein europäisches Lieferkettengesetz ausgesprochen und auch die Bundesregierung hat einen Entwurf für ein entsprechendes Gesetz für Deutschland vorgelegt.

Doch vor allem der Deutsche Entwurf ist eines: ein Kompromiss, der leider in vielen Aspekten hinter dem zurückbleibt, was sich viele Inititativen und Nichtregierungsorganisationen erhofft hatten – und was auch Arbeitsminister und Entwicklungsminister vorgeschlagen haben!

Hier die Erklärung von Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik und Anja Hajduk, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag:

„Die Erwartungen waren niedrig und wurden dennoch enttäuscht. Nach langem und zähem Ringen präsentiert die Bundesregierung einen schwachen Kompromiss. Keine Haftung. Kein Umweltschutz. Kein Biss. So lässt sich das Ergebnis zusammenfassen. Das liegt vor allem daran, dass sich Wirtschaftsminister Altmaier als verlängerter Arm der Unternehmensverbände begreift, anstatt einen neuen, ethischen Standard für Qualität „Made in Germany“ zu setzen. Sein Abwehrkampf gegen das Gesetzesvorhaben war letztlich erfolgreich. Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller konnten sich mit ihren Forderungen nicht durchsetzen.
Ohne Haftungsregelung bleibt effektiver Menschenrechtsschutz in internationalen Lieferketten ein frommer Wunsch. Völlig unverständlich ist zudem, dass umweltbezogene Sorgfaltspflichten nicht Teil des Gesetzes werden sollen. Dass das geplante Gesetz zunächst nur für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden gelten wird und nur die ersten Zulieferer abdeckt, grenzt den Anwendungsbereich auf nicht nachvollziehbare Weise ein.
Der Bundestag muss deshalb im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens dringend nachbessern. Die Chance auf effektiven Umwelt- und Menschenrechtsschutz in internationalen Lieferketten darf nicht vertan werden.“

Auch im Beitrag von MONITOR vom 18.2.2021 wird aufgezeigt, dass sich in zentralen Punkten Wirtschaftsverbände durchgesetzt haben und Menschenrechte und Umweltschutz auf der Strecke geblieben sind. Armin Paasch, der Referent für Menschenrechte bei Misereor sagt in der Sendung: „Es ist besorgniserregend, dass die Wirtschaftslobby und der Wirtschaftsminister sich in zentralen Aspekten durchgesetzt haben. Die zivilrechtliche Haftung wurde gestrichen, die Umweltstandards sind nur marginal berücksichtigt. Die Anzahl der erfassten Unternehmen wurde mehr als halbiert und die Sorgfaltspflichten gegenüber den mittelbaren Zulieferern wurden deutlich abgeschwächt. Und das ist ein Skandal, dass Profite über die Menschenrechte gestellt werden.”

Bleibt zu hoffen, dass sich die Abgeordneten im Deutschen Bundestag für substanzielle Nachbesserungen bei dem geplanten Gesetz einsetzen, insbesondere bei der Frage der zivilrechtlichen Haftung von Unternehmen, sowie der Achtung von Umweltstandards!

mehr Infos:

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/lieferkettengesetz-100.html
https://www.uwe-kekeritz.de/presse/vertane-chance-einigung-auf-lieferkettengesetz-bleibt-weit-hinter-den-erwartungen-zurueck/
https://lieferkettengesetz.de/aktuelles/

Hier noch was ganz anderes – eine Anregung vom Weltfriedensdienst:

Apfel-Rosinen-Risotto aus Namibia

Namibia hat eine bewegte Geschichte. Leicht gemacht ist das Apfel-Rosinen-Risotto, darauf folgen größere Aufgaben, die sich nur gemeinsam lösen lassen. Es geht um den Kolonialismus und seine Auswirkungen, den Klimawandel und soziale Gerechtigkeit. Denn nur so kann die Zukunft schmecken – mit gerecht verteilten Ressourcen.

Zutaten:
•          6 Äpfel
•          1 Zwiebel
•          50 g Butter
•          200 g Basmatireis
•          100 g Rosinen
•          25 g brauner Zucker
•          Zimt nach Belieben
•          1 TL Kurkuma
•          Salz
•          625 ml „Brühe“ (aus Wasser, Apfelsaft, Weißwein)

Wasser, Apfelsaft und einen Schluck Weißwein für 625 ml „Brühe“ vermengen. Die Zwiebel pellen und würfeln.
In einer Pfanne die Butter zerlassen, aber nicht zu heiß werden lassen. Dann die Zwiebeln darin glasig andünsten. Als nächstes wird der Reis untergemischt. Damit der Reis nicht anbrennt, etwas von der Apfelsaft-Weißwein-Flüssigkeit angießen, weiter rühren.
Eine Prise Salz, Kurkuma und den Zimt unter den Reis mischen. Dann den braunen Zucker dazugeben und immer wieder etwas von der Flüssigkeit in die Pfanne gießen, rühren nicht vergessen! Das Essen für 20 Minuten köcheln lassen, aber unbedingt immer wieder umrühren.
In der Zwischenzeit die Äpfel vorbereiten, also Kerngehäuse entfernen und in Stückchen schneiden. Ist der Wecker abgelaufen, kommen die Apfelwürfel ins Risotto, das anschließend weitere 10 Minuten unter Rühren auf dem Herd bleibt.
Zum Schluss noch die Rosinen dazugeben, dann ist das Gericht auch schon fertig. Wer möchte, kann das Risotto mit Zimt und Zucker oder auch mit Joghurt essen.

Lasst es euch schmecken!

Dieses Apfel-Rosinen-Risotto findet seinen Ursprung in der deutschen Kolonialgeschichte. Hätte der Kolonialismus sich auf das Austauschen von Kochrezepten beschränkt, wäre unsere Erde ein besserer Ort. In der Realität haben die Kolonialstaaten weltweit mehrere Jahrhunderte lang indigene Völker unterdrückt, ausgebeutet und vernichtet.

https://wfd.de/kochbuch/februar-apfelrisotto-namibia

schöne Grüße - und bleibt tapfer!
Julie Mildenberger, für das gesamte Ladenteam

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